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Endzeitliche Impressionen (7)

Die Soziale Dreigliederung

Rudolf Steiner (1865-1925) hat den größten Teil seines Lebens in der Zeit des Deutschen Reiches (1871 – 1918) zugebracht und in dieser Zeit die Soziale Dreigliederung – angelehnt an die Schlagworte der französischen Revolution – formuliert.

Dieser Entwurf sieht vor, das all diese Bereiche einer staatlichen Bevormundung entzogen werden, selbständig organisiert und voneinander unabhängig sind. Die von Steiner vorgeschlagene Soziale Dreigliederung beschreibt die Grundstruktur einer Gesellschaft, in der die Koordination der gesamtgesellschaftlichen Lebensprozesse nicht zentral durch den Staat oder eine Führungselite erfolgt, sondern in der sich die drei Bereiche des sozialen Lebens: Geistesleben (Kultur), Rechtsleben bzw. Politik und Wirtschaft selbst verwalten und relativ autonom den je eigenen Funktionsprinzipien folgen.
Quelle: astrowiki.at

Die Gesellschaft wird in drei Bereiche unterteilt:

  1. Bildung
    Das auf Freiheit gegründete Geistesleben wird nicht staatlich reglementiert und umfasst u.a. das gesamte Bildungswesen, Kunst, Religion, technische Erfindungen, sowie auch die Rechtsprechung im Privat- und Strafrecht.
    Freiheit im Geiste entspricht astrologisch dem Wassermann-Prinzip und dem ihm zugeordneten Luftelement als Stier-Prinzip des gesellschaftlichen Quadranten.
    Die vorgenommene Zuordnung der Rechtsprechung zu dem Bereich des Geisteslebens und nicht dem Gesetzeslebens (s.u.) mutet zunächst befremdend an, ist aber astrologisch nachvollziehbar, da das Gerichtswesen traditionell dem Waage-Prinzip zugeordnet wird und dieses ebenfalls zum Luftelement gehört. Praktisch gesehen ist der Richter vor die Aufgabe gestellt, seinen Geist einzusetzen, um der Gerechtigkeit einen Weg zu bahnen.
  2. Wirtschaftsleben
    Das Wirtschaftsleben entfaltet sich auf der Grundlage des nutzbaren Bodens im Kreislauf der Warenherstellung (Produktion), des Vertriebs (Handel) und des Verbrauchs (Konsum). Es soll nach dem Prinzip der Brüderlichkeit durch Assoziationen geregelt werden.
    Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben entspricht astrologisch der Löwe-Wassermann-Achse, d.h. im Idealfalle setzt jedes Individuum seine kreativen Fähigkeiten für das Gemeinschaftsleben ein.
  3. Gesetzesleben
    Das Rechtsleben umfasst das eigentlich Politische und das Verwaltungsrecht und regelt das Verhältnis von Mensch zu Mensch nach dem Prinzip der Gleichheit in für alle gleich geltenden Gesetzen.
    Gleichheit vor dem Gesetz entspricht astrologisch dem Steinbock-Prinzip, d.h. dem Widder-Prinzip des gesellschaftlichen Quadranten. Dieses bildet die unumstößliche gesetzliche Grundlage als Voraussetzung für die nachfolgende Freiheit des Wassermann-Prinzips.

Der Staat soll nach den Vorstellungen der sozialen Dreigliederung als zentrale Machtinstanz zurücktreten und einen Teil seiner Aufgaben an die Gesellschaft abgeben. Das heißt jedoch nicht, dass diese autonomen Aufgabengebiete im rechtsfreien Raum stattfinden können. Sie stehen auf dem Boden der rechtsstaatlichen Verfassung.

Erst in ihrer durchgreifenden funktionalen Trennung, ohne dass ein Gebiet in das andere in unberechtigter Weise eingreife und dadurch zu sozialen Komplikationen führe, könnten sie ihre eigenen Kräfte voll entfalten.

Die soziale Dreigliederung setzt also eine Verfassung voraus!

Fakt ist, das wir in der BRD derzeit keine Verfassung im völkerrechtlichen Sinne haben, aber mit der Wiederinstandsetzung des DR die Bismarcksche Verfassung als die Rechtsgrundlage wieder bekämen, die von Rudolf Steiner als Voraussetzung für die Einführung der sozialen Dreigliederung als notwendig angesehen wurde.

Nach dem Wiederherstellen der Handlungsfähigkeit des DR in einem oder mehreren Bundesstaaten, könnte dann auf dieser verfassungsgemäßen Grundlage das gesellschaftliche Konzept der Sozialen Dreigliederung eingeführt werden. Dieses Konzept würde die evtl. Übergriffe des DR in die Bereiche, die nicht seinen Aufgaben entsprechen, möglicherweise zusätzlich zu einer Verfassung verhindern. Es wäre durch die föderale Struktur des DR möglich, das jeder Bundesstaat über die Einführung der Sozialen Dreigliederung entscheidet.

Das soziale Hauptgesetz aus astrologischer Sicht
Das soziale Hauptgesetz bildet die Grundlage für ein gesundes, brüderliches Wirtschaftsleben im Sinne der Sozialen Dreigliederung 1905 veröffentlichte er in der theosophischen Zeitschrift Luciver-Gnosis sein „soziales Hauptgesetz“:
Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist umso größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.
Rudolf Steiner

Obwohl Pluto erst fünf Jahre nach seinem Ableben entdeckt wurde, hat Rudolf Steiner die erlöste Form des Pluto-, oder Skorpion-Prinzips – d.h. so wie diese von der Schöpferkraft vorgesehen ist – in dieser Aussage auf den wesentlichen Punkt gebracht. Kein Wunder, denn er hatte einen Skorpion-Aszendenten und 1905 bildete Pluto in den Zwillingen ein Sextil zu seinem Jupiter am MC im Löwen. Dieses Prinzip verlangt, das überall dort wo dieses im jeweiligen Radix zu finden ist, die dem diesen Prinzip innewohnende Macht nicht für das eigene, sondern für das Allgemeinwohl einzusetzen. Dies steht im krassesten Widerspruch zu den derzeitigen Verhältnissen.

Heute gebraucht eine verschwindend kleine Minderheit das Pluto-Prinzip dafür, ihre ideologischen Ziele mit aller Macht gegenüber der Bevölkerung und mit aller ihr zur Verfügung stehenden und völlig unangemessen Härte (Saturn, kompensativ) und brutaler Gewalt (Pluto, kompensativ) durchzusetzen. Diese Minderheit hat nicht das Wohl der Bevölkerung im Auge, sondern benutzt ihre Befugnisse dazu, ihre vom Souverän verliehene Machtstellung gegen den Willen der Bevölkerung einzusetzen. Dies wird unweigerlich seine karmischen Konsequenzen nach sich ziehen. Denn das Pluto-Prinzip symbolisiert das geistige Prinzip und liegt dem materiellen Stier-Prinzip gegenüber. Wer auch immer dieses für den eigenen Machterhalt mißbraucht, handelt wider dem heiligen Geist und dies wird nicht vergeben.

Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen.
Matthaeus12,31–32

Die Demokratie mutierte zur Dämo(n)kratie
Seit dem Ableben von Rudolf Steiner und dem Ende des DR hat das Bevormunden durch die sog. Obrigkeit in allen Lebensbereichen Ausmaße angenommen, die vermutlich zu seiner Zeit noch unvorstellbar waren. Zu Beginn der BRD wahrte die demokratische Gewaltenteilung zumindest noch einen relativ unabhängigen Augenschein nach außen. Doch die interne Gewaltenteilung wurde durch die finanzielle Abhängigkeit und die Kontrolle der Karriere in der Justiz, in der Verwaltung, im Bildungssystem und bei den Abgeordneten durch die Parteien unterlaufen.

Daher ist es aus meiner Sicht schon sehr eigenartig zu sehen, das bereits im Vorfeld in anthroposophischen Kreisen darüber ernsthaft diskutiert wird, von der von Steiner vorgegebenen Sozialen Dreigliederung konzeptionell abzuweichen. Die von Steiner vorgeschlagene Assoziation soll nur innerhalb der Wirtschaft tätig sein (s.u.), während bereits darüber diskutiert wird, den Wirkungsbereich der Assoziation auf die anderen Bereiche zu erweitern.

Ich zitiere:
In verschiedenen Interpretationen und Weiterentwicklungen der sozialen Dreigliederung variieren die Beschreibungen und Abgrenzungen der drei gesellschaftlichen Subsysteme ebenso wie konkrete Vorschläge zur Umsetzung und zur Organisation der Selbstverwaltung dieser drei Bereiche.

Es gibt also bereits Bestrebungen, die von Rudolf Steiner vorgegebene strikte Trennung zwischen den einzelnen Bereichen aufzuheben. Wenn ich mir einen weitergehenden Entwurf der sozialen Dreigliederung ansehe, so soll z.B. die Finanzierung des Bildungssystems und der Justiz durch die Wirtschaft erfolgen. Dafür soll eine Assoziation, d.h. ein Lenkungsorgan zuständig sein. Die Aufgabe dieser Assoziation beschreibt Rudolf Steiner so:

Die Assoziation ist keine Organisation, ist nicht irgendeine Koalition. Sie entsteht dadurch, daß sich die einzelnen Wirtschaftenden zusammenfinden, und daß jeder einzelne nicht das aufnimmt, was aus irgendeiner Zentralstelle heraus gemacht wird, sondern daß der einzelne das beitragen kann, was er aus seiner Erkenntnis des Gebietes, in dem er darinnen steht, weiß und kann. Und aus dem Zusammenarbeiten, bei dem ein jeder sein Bestes gibt und wo das, was geschieht, durch den Zusammenklang einer Anzahl entsteht, aus solchen Assoziationen kann sich erst alles übrige Wirtschaftliche ergeben.
Rudolf Steiner, GA 83

Damit besteht der von Rudolf Steiner formulierte Anspruch, jeden Einzelnen und dasjenige Gebiet, in dem er drinnen steht, zu ermitteln. Aus der allgemeinen Lebenserfahrung heraus, genügt es eben nicht, nur sein Bestes zu geben ohne auf diesem Gebiet drinnen zu stehen. So wie ich seinen Anspruch verstehe, muß er auch ein Fachmann auf diesem Gebiete sein und das nötige Wissen und Können dazu nachweisen. Sonst könnten leicht wieder diejenigen Zustände entstehen, wie wir sie heutzutage erleben.

Der Entwicklungsstand der modernen Astrologie.
Im Gegensatz zu den heutigen Verhältnissen, in denen die sog. „Wissenschaftler“ nach ideologischen Gesichtspunkten ausgewählt werden und die dazu gewünschten Ergebnisse liefern, wäre es hilfreich ein geistiges Instrumentarium zu Rate ziehen zu können, das in der Lage ist, genau diese Aufgabe zu übernehmen.

Da das gesamte Universum auf einem mathematischen Modell beruht und ständig in Bewegung ist, liegt es nahe, genau dieses mathematische Modell zu entschlüsseln und zu verfolgen, um die notwendigen Informationen bekommen zu können. Hat man dies erreicht, ist ein Astrologe in der Lage, sowohl einen Blick in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft richten zu können. Denn wie gesagt, es ist ein mathematisches Modell. Im Gegensatz zu den heute angewandten Computersimulationen beruht es auf der Wahrheit, da auf der Erde die ewig gültigen hermetischen Gesetzmäßigkeiten wirken.

Die sog. Wissenschaft setzt auch Computersimulationen ein, um ihre Theorien zu beweisen. Nur mit dem Unterschied, das diese die Parameter des Modells so verändern, das sie das gewünschte Ergebnis erhalten.
Das Rudolf Steiner astrologisch nicht unbewandert war, möge man in meiner Beitragsreihe „Rudolf Steiner und die Astrologie“ nachlesen. Seit dem Ableben von Rudolf Steiner aber hat die Astrologie vor allem durch Wolfgang Döbereiner mit seiner Rhythmenlehre und die psychologische Astrologie durch die Einteilung der astrologischen Anlagen in Entwicklungsstufen gewaltige Fortschritte gemacht. Mit Hilfe der Satelliten, der astronomischen Forschung und der Computertechnik ist es heute möglich, nicht nur die Bahnen, Umlaufzeiten und Positionen der Planeten aus geozentrischer Sicht in Sekundenschnelle zu ermitteln, sondern eben auch astrologisch virtuelle oder mathematisch abstrakte Punkte, sowie deren Kurven und Umlaufzeiten. Nach meiner jahrzehntelangen astrologischen Forschungsarbeit ist wie im richtigen Leben, nicht nur das Offenkundige wesentlich, aber das zunächst Unsichtbare weitaus wesentlicher.

Die moderne Astrologie mit ihrem methodischen Instrumentarium ist heute in der Lage die Aufgabe zu erfüllen, die Rudolf Steiner formuliert hatte. Weil sie eben auf einer neutralen Basis fusst und unbeeinflussbar vom Menschen ist.

Daraus ergibt sich, das ohne die notwendigen mathematischen Kenntnisse der Abläufe im Weltenall es fast nicht möglich ist, die Forderungen von Rudolf Steiner in die Praxis erfolgreich umzusetzen. Die moderne Astrologie ist heute in der Lage, nur anhand der Geburtsdaten die Kenntnisse jedes Individuums zu ermitteln, die es bereits während seiner vielen Inkarnationen bis zu einem gewissen Reife- oder Vollkommenheitsgrad entwickelt hat.

An dieser Stelle muss ich leider auch darauf hinweisen, das der jesuitische Einfluss (s.u.) auch auf die Astrologie entscheidenden Einfluss genommen hat, bzw. immer noch nimmt. Wie ist es sonst zu erklären, das mit immer mehr Methoden versucht wird, vom Wesentlichen abzulenken, bzw. die bedeutsamsten Methoden zu verbergen? Die astrologischen Methoden werden von diesen Kräften meiner Ansicht nach immer mehr ausgeweitet, anstatt das versucht wird, die wichtigsten und effizientesten aus der Fülle der vorhandenen Informationen und den wahren Seelenplan jedes Individuums für diese Inkarnation heraus zu finden.

Dieser Seelenplan ist vereinfacht ausgedrückt, eine „Gebrauchsanleitung“ die bei der Geburt mit ausgeliefert wird. In dieser Gebrauchsanleitung sind die Lebensziele formuliert, die man sich während seines Aufenthaltes in den geistigen Sphären vor seiner leiblichen Geburt gesetzt hat und die man in dieser Inkarnation erreichen möchte. Die luziferisch-täuschenden und ahrimanisch-materialistisch gesinnten Gegenkräfte sind natürlich nicht daran interessiert, das die Seelenpläne für alle Menschen bekannt werden, denn dann würden sich die Menschen weiter entwickeln und sie damit die Kontrollmöglichkeiten über diese Individuen weitestgehend verlieren.

Fazit
Mit den modernen astrologischen Erkenntnismethoden ist es möglich, diejenigen Geist-Seele-Wesen zu erkennen, die das nötige Wissen und Können auf dem jeweiligen Gebiete aufgrund ihrer langen Inkarnationsreihe bereits besitzen und deswegen in der Lage sind, diese für die Allgemeinheit einzusetzen. Damit würde auch das Problem vermieden, das die von Rudolf Steiner vorgesehenen Assoziationen nicht zu einem ähnlichen Verwaltungs-Moloch der Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit anwachsen, wie wir ihn derzeit vorgeführt bekommen.

Bezüglich der Finanzierung wäre meiner Ansicht nach, eine selbständige und vollkommen voneinander unabhängige Finanzierung aller drei Gewalten anzustreben, so wie es von Steiner vorgesehen war. Die Wirtschaft hätte damit kein Problem, ebenso wenig das Rechtsleben und auch das Geistesleben könnte sich durch ihre Angebote in der Bildung selbst finanzieren. Vor allem wenn man bedenkt, das alle privaten Steuern entfallen würden und sich vermutlich jeder die Angebote und Leistungen erlauben könnte. So würden z.B. alle Arbeitnehmer zu Unternehmer und direkt am Gewinn beteiligt werden.

An dieser Stelle deshalb noch einmal die Tagebuchaufzeichnung von Ludwig Polzer-Hoditz von dessen letztem Besuch am Krankenlager Rudolf Steiners am 3. März 1925 erwähnt:
„… Tragen Sie aber stets im Bewußtsein: Die Jesuiten haben die Religiosität, die Frömmigkeit, den Menschen genommen, sind ganz identisch mit der römischen Staatsgewalt. Der Kampf, d. h. die Sünde gegen den Geist, ist ihr Herrschaftsgewaltmittel, die einzige Sünde, von der die Schrift sagt, daß sie nicht vergeben wird. Und doch kann der Geist nicht ganz ausgerottet werden, aber nur wenige werden ihn hinübertragen in die Zukunft. Diese (jesuitische) Strömung sei auch innerhalb der („anthroposophischen“) Gesellschaft stark zu verspüren …“
https://anthrowiki.at/Jesuitismus

Im nächsten Beitrag werde ich auf den Status quo der BRD eingehen.