Rudolf Steiner und die Astrologie (5)


Geisteswissenschaftliche und astrologische Erkenntnismethodik

temptation und fall of the eveDas Verhältnis von Rudolf Steiner zur Astrologie ist aus meiner Sicht ambivalent. Er beruft sich vornehmlich auf seine eigene geistige Erkenntnis, die er wie folgt selbst schildert:

„… diese dritte Art des Denkens …, das in der Lage ist, die Gestaltung des Inneren nach außen zu kehren und dabei die Form zu verändern. Das ist nicht anders möglich als dadurch, daß man nun mit dem Denken nicht mehr in der Zeit bleibt, sondern bei diesem Umstülpen geht dasjenige, worüber man denkt, im Denken aus Raum und Zeit heraus, kommt in eine Wirklichkeit, die jenseits von Raum und Zeit liegt.“
(=Pluto am DC besinnt sich auf die inneren Werte seines AC, Anm. des Autors).
http://hausdesgeistes.de/umstuelpung-als-schoepfungs–und-bewusztseinsprinzip.html

In die astrologische Erkenntnismethodik übersetzt entpricht die Aussage die Gestaltung des Inneren nach Außen zu kehren exakt seiner Konstellation seines Geburtsherrschers (=Hr1 in H7, AC Skorpion und DC Stier). In seinen weiteren Ausführungen über die dritte Art des Denkens beruft sich Rudolf Steiner vornehmlich auf das Skorpion-Prinzip (= AC Skorpion, d.h. die innere geistige Welt). Es ist die völlig normal menschlich nachvollziehbare Reaktion seines traumatisch irdischen Geburtserleben des Rückzugs in die ihm ihm zur Verfügung stehenden eigenen Geisteswelt. Dieser und der nachfolgenden Beweisführung ist zu entnehmen, das das von ihm postulierte Ideal der Freiheit des Denkes einer übergeordneten geistigen Maxime unterliegt, die nur durch die astrologische Erkenntnismethodik ersichtlich ist.

Deshalb wird auch jeder Versuch derer scheitern müssen, die versuchen seinem ihm einzigartigen aufgezeichneten Erkenntnisweg zu folgen, die nicht mit einem Skorpion-Aszendenten oder einer vergleichbaren Konstellation gesegnet sind. So wie er selbst seinem Aszendenten nicht entfliehen konnte, so kann niemand auf dieser Erde seiner innersten Bestimmung entfliehen.

Sein Aszendent im Skorpion offenbart sich in seiner Methodik zu denken:

„… das gewöhnliche Denken ist eigentlich ein aus räumlichen Wahrnehmungen bestehendes Denken …, das auseinanderliegende Gebilde zusammenfaßt. Dieses Denken brauchen wir für das gesunde gewöhnliche Leben, brauchen wir auch für die gesunde gewöhnliche Wissenschaft.“

Ich gehe davon aus, das er diese Denkungskraft bewußt an die erste Stelle seiner drei Denkungsarten gestellt hat. Was ist aber, wenn dies aus der räumlichen Wahrnehmung bestehende Denken die äußere Wirklichkeit zur damaligen Zeit nur unvollständig erfaßt werden konnte? Die astrologische Erkenntnismethodik war zu seiner Zeit noch nicht soweit gereift, als das sie die Erkenntnisse hervor bringen konnte, wie diese heute in der Lage ist. Pluto wurde erst fünf Jahre nach dem Tode Steiners entdeckt und der einzigartige Entwicklungsschub der modernen Astrologie erfolgte in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts.

 

Rudolf Steiner und die anthroposophische Gesellschaft

Heute steht 91 Jahre nach seinem Ableben die Erkenntnismethodik zur Verfügung, die nicht nur die Denkweise von Rudolf Steiner erklärt, sondern auch in der Lage ist, jedes Geist-Seele-Wesen auf sämtlichen Lebensgebieten in jeder Hinsicht zu fördern. Wahrscheinlich wegen dieser und anderer Aussagen Rudolf Steiners sind die damals zu seiner Zeit vorhandenen astrologischen Erkenntnisse in erzkonservativ-anthroposophischen Kreisen als solche in Verruf geraten:

Und sehen Sie, dasjenige, was überhaupt in Vorderasien seit Urzeiten außerordentlich stark gepflegt worden ist, das ist das Astronomische in der Form von Astrologischem; aber man darf das Astrologische von damals nicht identifizieren mit dem dilettantenhaften Zeug, das später als Astrologie gepflegt worden ist, das heute als Astrologie gepflegt wird, sondern man muß einen Begriff sich bilden können von den tiefen Einsichten,  die in das geistige Gefüge des Weltenalls in diesen Zeiten vorhanden waren, und die in einer ganz besonderen Weise ausgeprägt wurden gerade unter den Arabern, als sie eben Mohammedaner waren, als sie die Dynastie, die Mohammed begründet hat, in der verschiedensten  Weise fortsetzten. Gerade Astronomie, Astrologie in der alten Form wurden da gepflegt. Und so sehen wir, als die Residenz von Damaskus nach Bagdad verlegt wird, Mamun herrschen im 9.Jahrhundert. Wir sehen während der Regierung des Mamun – all das waren ja Nachfolger des Propheten –, wir sehen da besonders Astrologie in der Weise gepflegt, in der sie dann dilettantisch in allerlei Traktate  übergegangen ist in Europa.  Die Dinge wurden später gefunden. Durch die Kreuzzüge kamen sie herüber, wurden aber furchtbar verballhornt. Aber es war das eigentlich eine großartige Sache.
http://www.gralsmacht.com/wp-content/uploads/2016/01/1847-artikel.pdf

 

Die Weiterentwicklung des von Rudolf Steiner entworfenen Weltbildes

Wenn wir das von Rudolf Steiner entworfene idealistische Weltbild der goetheanischen Weltanschauung weiter entwickeln wollen, so bedarf es einer geistigen Gesamtsicht, die den vollständigen Entwicklungsprozess nicht nur von der Wurzel bis zur Blüte umfaßt, sondern auch das Erkennen des Gesamtszenarios. Das Gesamtszenario, das die Voraussetzungen dafür lieferte, einerseits die wurzelhaften irdischen Voraussetzungen für das geistige Wachstum zu liefern um dann mit Hilfe der Sonne die Blüte zum Entfalten zu bringen.

Fangen wir bei seiner irdischen Wurzel an, bei seiner Geburt. Es war eine sehr schwere Geburt, eine schmale Gratwanderung zwischen Leben und Tod (=Pluto als Hr1 von in Hs7, con Mars). Das Traumata des Übergang von den geistigen Sphären in die irdische Welt hat er zeitlebens nicht überwunden. Er mußte aus astrosophischer Sicht im Irdischen ein gewaltiger Sog aufgebaut werden, damit sich Rudolf Steiner seiner Inkarnation nicht entziehen konnte. Dieser Konflikt zwischen dem geistigen und seines irdischen Lebens bestimmt zeitlebens sein irdisches Dasein.

Er tat sich zeitlebens sehr schwer damit, die irdischen Verhältnisse zur Kenntnis zu nehmen. Nicht nur im Zweifelsfalle zog er sich in sein geistiges Erleben zurück. Durch sein traumatisches Geburtserleben bedingt, war er zeitlebens selten in der Lage der irdischen Realität neutral gegenüber zu treten (=Neptun als Hr5 in Hs5).

Sein irdisch entfremdetes Weltbild verdeutlich sich an den eigenen Angaben zu seinem Geburtszeitpunkt. In seinen späten Jahren verleugnet er seinen irdischen Geburtszeitpunkt und bezieht sich statt dessen auf seine geistige Taufe, zwei Tage später. Die Verschleierung der von ihm gemachten Angaben zu seiner eigenen Geburt indiziert eine in ihm wesentlich verankerte Symptomatik sich dem irdischen Weltgeschehen entziehen zu wollen (= Neptun als Hr5 in Hs5 und Merkur con Neptun). So wird das von ihm aufgegriffene Weltbild der Selbstverweigerung der Kenntnisnahme der irdischen Realität von den meisten seiner Anhänger konsequent weiter geführt. In einem irdisch entfremdeten Weltensicht (=Luzifer) gefangen verweigern auch seine Anhänger sich der irdischen Realität (=Ahriman) zu stellen.

Seine einseitige Sicht zum Verständnis der astrologischen Erkenntnismethodik hat er später revidiert. Mit seiner zunehmenden Reife wandelte sich sein Verständnis der Astrologie:

Es zeigte sich mir nun und das ist ein Forschungsergebnis vieler Jahre immer klarer und klarer, daß wirklich in unserem Zeitraum sich so  etwas herauf lebt wie ein eben von dem Christus Impuls durchzogenes Auferstehen der Astrologie des dritten nachatlantischen Zeitraumes. In anderer Weise zwar, als man dazumal geforscht hat, müssen wir heute in den Sternen forschen, aber die Sternenschrift muss uns wiederum etwas werden, was uns etwas sagt. Und siehe da, in einer merkwürdigen Art assoziierten sich, stellten sich zusammen dieser Gedanke von dem Wiederauftauchen der Sternenschrift und der von dem Geheimnis des Parzival.
Vortrag vom 1. Januar 1914 in Leipzig

Es ist außerordentlich bedauerlich, das die überwiegende Mehrzahl der Antroposphen diesen geistigen Entwicklungssprung von Steiner bez. seiner Ansicht über die Astrologie noch nicht nachvollziehen können oder wollen. Sie verharren lieber in der von Rudolf Steiner zuerst geäußerten Ansicht über die Astrologie, nämlich die materielle Welt zu verdammen und folgen weiter einem von Steiner bereits überwundenen geistigen Leitbild. Und das in einer Zeit, in der es gilt die Voraussetzungen für ein weiteres menschenwürdigeres Dasein auf diesem Planeten zu ermöglichen.

 

Rudolf Steiner und sein astrologisches Erbe
Aus meiner Sicht konnte sich Rudolf Steiner in der Zwischenphase des ersten zum zweiten Weltkrieges sich nicht in Einzelschicksalen verlieren, sondern er mußte seine umfassenden geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse darauf konzentrieren, die Mission des Wirkens der mitteleuropäischen Volksgeister einem verständnislosem Publikum (=Pluto als Hr1 von Skorpion am DC Stier) am Vorabend des zweiten WK deutlich wirksam zu verkündigen.

Wie für jeden ernsthaften Astrologen ersichtlich, mußten die während seines Lebens die durch ihn bisher persönlich integrierten Persönlichkeitsanteile seines T-Quadrates von Uranus (=Uranus, Hr4 in Hs8), Sonne (=Sonne, Hr 10 in Hs4) und Saturn (=Hr3 in Hs10) nach seinem physischem Tode zwangsläufig auseinanderfallen.

Die AAG (=Allgemeine Antroposophische Gesellschaft) hat die Rolle des alten Saturns übernommen und bisher verhindert, das die von Steiner aufgezeigten in die Zukunft führenden Konzepte mit all ihrer zur Verfügung stehenden Macht verhindert werden. Die AAG will bis heute die Botschaft Rudolf Steiners in seinem wesentlichen Sinne nicht erkennen, astrologisch erkennbar an seiner Uranus-Konstellation. Sein intensivstes persönliches Anliegen war es, die seelische Freiheit allen mitteleuropäischen Völkern nahe zu bringen (=Uranus, Hr4 in H8). Seit der Machtübernahme seines geistigen Erbes durch die AAG werden alle Vordenker (=Uranus.Sonne.Prinzip) als Mitglieder von dieser saturnisch geprägten Vereinigung kategorisch ausgeschlossen, sobald diese neue Freiräume im geistigen Weltbild erkunden, so auch Gennadij Bondarew.

Die Vorgehensweise der AAG widerspricht auf heftigste der von Rudolf Steiner verkündeten Freiheit im Geiste. Die erzkonservativen Kreise der AAG haben sich anstatt ihre eigenen geistigen Fähigkeiten im Sinne Christi zu gebrauchen sich in Macht- und Grabenkämpfe vertieft. Sogar die, die sich vehement für die soziale Dreigliederung einsetzten, z.B. der Achberger Kreis um Wilfried Heidt hat zeitlebens vergeblich um die Anerkennung durch die AAG gerungen.

Wilfried Heidt und sein Kreis hat sich zeitlebens für die dreistufige Volksgesetzgebung eingesetzt. Mit der Verwirklichung seiner Ideen wären die Voraussetzungen geschaffen worden, die soziale Dreigliederung in Deutschland umsetzen zu können. Wie nicht anders zu erwarten weist das Radix von Wilfried Heidt nicht nur eindeutige Parallelen zur Mission Steiners auf (= die Pluto-Mars Konjunktion am DC von Steiner zeigt sich im Radix von Wilfried Heidt in einer weiten Opposition), sondern zeigt eindeutig darauf hin, wie die soziale Dreigliederung mit Hilfe der dreistufigen Volksgesetzgebung realistisch hätten umgesetzt werden können (=Mars als Hr10 von Hs7 im Wassermann qua Saturn in Hs10). Mit Jupiter im 10. Haus (bei Steiner am MC) und im Quadrat zu Saturn im 10. Haus kämpfte er zeitlebens gegen die etablierten Gesellschaftsstrukturen, auch gegen die der AAG. Er war gut genug die Statuten der AAG zu verfassen, seine neuzeitlichen Ideen wurden konsequent verworfen.

Aber auch er konnte sich nie mit astrologischen Erkenntnissen anfreunden. Er behielt wie Rudolf Steiner seine exakte Geburtszeit zeitlebens geheim. Für einen professionellen Astrologen ist ein Zeitaufwand von ca. einer Stunde notwendig, diese anhand seines Lebenslaufes zu rekonstruieren.

In der AAG – aus meiner Sicht die organisierten geistigen Verweigerer des christlichen Aufbruches in eine neue soziale Ordnung und als konstante Ignoranten der neuzeitlich orientierten astrologischen Forschungsarbeit – sonnen sich diejenigen in ihren Reihen dieser Vereinigung die in ihrer sonderbaren Rolle nach außen einen geisteswissenschaftlichen Anspruch vertreten wollen, zu dessen Umsetzung sie selbst nicht fähig sind. Aus meiner Sicht würde sogar Rudolf Steiner heutzutage als Mitglied der AAG ausgeschlossen  werden, sofern er sich darum bemühen würde.

..dass Rudolf Steiner seinerzeit äußerte, dass man ihn, wenn er am Jahrhundertende wiederkommen würde, nicht mehr ins Goetheanum ließe ist angeblich eine Äußerung Steiners gegenüber Günther Wachsmuth. Rudolf Steiner war es, der durch die Verkündigung der Idee des dreigliedrigen sozialen Organismus im Jahre 1917 diese längst fällige dritte Revolution des christlichen Herzen in der Seele Mitteleuropas und seines Willens hätte einleiten können. Durch die Verwirklichung des gesellschafltlvch Konzeptes des dreigliedrigen sozialen Organismus sollten die in den Jahre 1517 und 1789/90 zum Durchbruch gekommenen Ideen von der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in ihrer wahren Bestimmung weiter geführt werden.

 

Rudolf Steiner und anthrowiki

Ein aktuelles Zitat auf anthrowiki.at lässt aufhorchen, das unter dem Abschnitt „Allgemeine Würdigung und Kritik der modernen Astrologie“ zu finden ist:

Das Empfinden solcher Unsicherheit ist andererseits aber indirekt auch ein Indiz für das generell hohe Niveau der heutigen Astrologie, das zumindest bei einzelnen herausragenden Astrologen nichts mehr mit einem damaligen Dilettantismus, wie ihn Rudolf Steiner für seine Zeit konstatierte, zu tun hat.

Anderseits verleugnet diese Seite die mythologische Bedeutung Chirons und unterliegt der Versuchung das etwas nicht sein kann, das aus ihrer Sicht nicht sein darf. Die Nichtexistenz von etwas ist eben sehr schwierig zu beweisen, wenn nicht unmöglich. Dies ist um so schwieriger, wenn es sich bereits auf der irdischen Ebene manifestiert hat.

Ich zitiere:
Der Hype um den astrologischen Chiron (es handelt sich übrigens um einen Gesteinsbrocken von gerade mal 200 km Durchmesser) nach seiner Entdeckung im Jahre 1977 ist ebenfalls unter diesem Aspekt verständlich: Es gibt ein Empfinden dafür, daß die Deutungsversuche, so gut sie auch sein mögen, meist nicht an wirklich sicheres Wissen heranreichen, sondern einen spekulativen, vermutenden Charakter aufweisen. Andererseits sucht man in systematischem Interesse und bei einer Neigung, den astrologischen Aspekt zu absolutieren, nach den missing links im System, also bisher noch unbekannte astrologische Faktoren, die z.B. für die Abweichung eines tatsächlichen Geschehens von der astrologischen Prognose verantwortlich sein könnten.
anthrowiki.at, Abschnitt Allgemeine Würdigung und Kritik der modernen Astrologie

Der Autor dieser Seite beruft sich auf die Aussagen von Liz Greene, einer englischen Astrologin. Meiner Kenntnis nach benutzt diese eben nicht die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts erforschte astrologische Methodik, wie sie z.B. durch Wolfgang Döbereiner (geb. drei Jahre nach dem Tode Steiners, ebenfalls Fischesonne) oder Hermann Meyer (=ebenfalls Fischesonne) aufgezeigt wurde. Daher ist diese Kritik aus meiner Sicht durchaus gerechtfertigt. Es wäre aus meiner Sicht aber ein gewaltiger Trugschluß, aus der Unkenntnis und Unerfahrenheit einer einzelnen Astrologin aus dem englischen Sprachraum, die neuzeitlichen Forschungsergebnisse deutscher Astrologen nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen und deswegen darauf schließen zu wollen, das die astrologische Erkenntnismethodik als solche nicht gültig wäre.

Ebenso zeigt das im vorhergehenden Abschnitt angeschnittene Thema Das ungelöste Problem der Häusereinteilung den Unwillen des Autors oder der Autoren dieser Seite auf, sich nur kritisch über die astrologische Methodik zu äußern, ohne sich jemals ernsthaft der Mühe unterzogen zu haben, sich inhaltlich mit dieser beschäftigen zu wollen. Die Häuserthematik ist übrigens schon längstens von deutschen Astrologen eindeutig gelöst.

Bei genügendem Interesse könnte ich aufzeigen, wie die aktuelle astrologische Forschungsarbeit fähig ist, mit Hilfe eines Gesteinsbrocken von gerade mal 200 km Durchmesser einen astronomisch-astrologisch bedeutungsvollen Zusammenhang zwischen der Mission Rudolf Steiners und der von Jesus Christus herzustellen in der Lage ist.

 

Gennadij Bondarew

Die Menschen hätten die Ideen von der Freiheit im Geistesleben, der Gleichheit im Rechtsleben und der Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben im Jahre 1917/18 mit derselben Begeisterung In sich aufnehmen müssen, wie die Menschen die 95 Thesen im Jahre 1517 und die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im Jahre 1789/90 mit Begeisterung aufgenommen haben. Das dies nicht geschehen ist, gehört zu den allertragischsten Versäumnis der deutschen Geschichte, das in seiner Bedeutung nur noch mit der Tragik der jüdischen Geschichte zum Zeitpunkt des Mysteriums von Golgatha zu vergleichen ist.
In das Vakuum der Versäumnisse des Jahres 1917 strömten dann im selben Jahre die von Rudolf Steiner mehrfache eindeutig charakterisierten drei Antigeistesmächte in der Gestalt, des Amerikanismus und des Wilsonismus, des Jesuitismus und des Bolschewismus in die mitteleuropäische Geschichte ein.
Zitat aus dem Buch von Gennadij Bondarew: Anthroposophie auf der Kreuzung der okkult-politischen Bewegungen der Gegenwart, S. 409

Gennadij Bondarew versucht hier einen historischen Bezug zum Jahr 1517 ( der Veröffentlichung der Thesen Luthers in Wittenberg) und der französischen Revolution 1789 in Frankreich herzustellen. Dies ist aus astrologischer Sicht durchaus bemerkenswert.

Der Autor hat auf seine intuitive Weise einen weltgeschichtlichen Zusammenhang erkannt, der sich jedem ernsthaften astrologischen Interessenten bereits nach wenigen Monaten erschließen kann, wenn er die Zyklen von Pluto und Uranus im historischem Weltgeschehen zueinander in Verbindung bringen vermag. 1517 befand sich Pluto wie heute im Zeichen Steinbock und 1789 Pluto im Zeichen Wassermann.

So scheiterte die von Rudolf Steiner verkündete Programmatik der Neuordnung der sozialen Verhältnisse (=Pluto im Krebs, erwachsene Form) der sozialen Dreigliederung 1917 nach Beginn des WK1 an den Kräften, die die soziale Neuordnung durch den WK1 verhinderten (=Pluto in das Zeichen Krebs, zerstörerische Form).

Dieses Beispiel von Bondarew zeigt, das die geistige Intuition manchmal auch ein geistiges Korn findet, das mit der Realität übereinstimmt. Aus meiner Sicht könnte ein riesiger Schritt in der Menschheitsentwicklung dadurch ermöglicht werden, wenn die geistigen Erkenntnisse der von Rudolf Steiner dargebrachten Weltentwicklung in Einklang mit den mathematischen Gesetzmäßigkeiten des Weltenalls gebracht würden.

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

Johann Wolfgang von Goethe

Hinweis in eigener Sache:

Die nächsten Beiträge erscheinen monatlich.