Der göttliche Weltenplan (8)


Der göttliche Weltenplan (8)
Der Weg zu neuen Ufern

Nun wäre die allumfassende Schöpferkraft nicht diese, wenn sie nicht in ihrer Vorsehung auch einen Weg vorgesehen hätte, jedem Menschen eine geistige und nachprüfbare Orientierung mitgegeben hätte, damit er eine Chance, hat zu ihr zurück kehren zu können. Diese auf allen Ebenen des menschlichen Seins tätige Liebe zeigt sich in vielfältiger Hinsicht, wird aber besonders wirksam zu dem Zeitpunkt des Wechsels des jeweiligen Individuums von der geistigen in die irdische Ebene. Bei der Geburt stülpt sich das bisher in den geistig Welten Verinnerlichte nach außen, während beim Tod die auf der irdischen Ebenen angesammelten Erfahrungen nach drüben mitgenommen werden.

Wenn sie sich annähernd eine Vorstellung von der ungeheuren Potenz der allumfassenden Schöpferkraft machen wollen, so können sie das z.B. dadurch erreichen, daß sie den Fokus ihres geistiges Auges darauf ausrichten, das in jeder Erdensekunde alle Menschen, die in diesem Erdenkreis geboren werden mit einem geistigen Entwicklungsplan versehen sind, das das zu erreichende Ziel enthält, das es während des Verweilens auf der irdischen Ebene zu erreichen gilt. Darin zeigt sich die kosmische und individuelle Liebe der allumfassenden Schöpferkraft zu all seinen Geschöpfen.

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.
Goethe

Nachdem jeder Mensch in den seltensten Fällen zum ersten Mal die irdische Welt in seinem ganz spezifischen Raumanzug betritt, bringt er auch das geistige Potential mit sich, das es ihm ermöglicht, sich in der irdischen Welt behaupten zu können. Spätestens in der Mitte seines Lebens – wenn die alten Programme langsam beginnen nicht mehr wie gewohnt zu funktionieren – versucht er sich in dieser Lebenskrise seiner geistig-spirituellen Aufgabe zu erinnern. Das ist spätestens der Zeitpunkt in jedem menschlichen Erleben, an dem es zunehmend spannend wird. Sind die alten Programme und inhalierten Dogmen so mächtig, das er sich während seines Aufenthaltes auf der irdischen Ebene nicht davon befreien kann oder ist dieser bereit, die Perspektiven zu finden, die ihn von diesen befreien würden und es ihm ermöglichen würde in dieser Inkarnation den Versuch zu wagen, sich auf ein bisher von ihm unbetretenes Territorium zu begeben?

Das ist die fundamentale Aufgabe einer psychologisch orientierten astrologischen Beratung. Jeden Menschen dort abzuholen, wo er gerade steht und ihm neue Perspektiven aufzuzeigen, die genauso verläßlich sind wie die ihm bereits bekannten Wege. Wenn er sich auf den Weg begibt und mit Hilfe seiner ihm zur Verfügung stehenden Bewußtseinskräfte versucht, sich seiner spirituellen Bestimmung anzunähern, geschieht etwas sehr Wundervolles. Es umgibt ihn der Schutz des Unsichtbaren, denn sein Schutzengel hat sehr, sehr lange auf diesen Moment gewartet.

Diese jedem Menschen eigene Bestimmung ist sehr individuell zu sehen und liegt mit Sicherheit nicht darin, das bereits Bekannte weiter auszuleben sondern darin, die bisher vernachlässigten Schwachstellen zu erkennen und zu versuchen, diese weiter zu verstärken. Astrologisch gesehen heißt das, den Mut aufzubringen sich der Herausforderung des aufsteigenden Mondknotens zu stellen und sich mit dem bisher Unbekannten zu beschäftigen. Denn es erfordert wirklich Mut, sich aus den Lebensbereichen zu lösen, indem man bisher im irdischen Rahmen sehr erfolgreich war und die einen bisher sicher durch das Leben getragen haben. Bildlich gesprochen heißt dies, das man vom Meister zum Lehrling wird. Meister ist man nach wie vor auf dem Lebensgebiet, das man bereits entwickelt hat, zum Lehrling wird man auf dem Gebiet, das man bisher beiseite gelassen und noch nicht entwickelt hat.

Die Entfaltung des aufst. Mondknotens ist deswegen so enorm wichtig, weil die Widerstandskräfte genau die persönlichen Schwachstellen nicht nur jedes Einzelnen, sondern auch die ganzer Völker kennen. Und auch die Missionen kennen, die für diese im Weltenentwicklungsplan vorgesehen sind. Mit der Kenntnis dieser Schwachstellen und der für sie vorgesehenen Missionen sind diese in der Lage, diese für ihre Zwecke auszunutzen und die Völker gegeneinander auszuspielen. Damit haben sie auch das Wissen über die spirituelle Mission des deutschen und des russischen Volkes. Das ist auch der Grund dafür, das wenn sich jemand aufmacht, sich mit der Mission des aufst. MK zu beschäftigen und damit beginnt diese in seinem Leben umzusetzen, in Folge Schutz aus den geistigen Welten erhält.

Dies alles können sie anhand ihrer eigenen Mondknotenstellung selbst überprüfen und nachvollziehen. Astronomisch gesehen sind die gegenüber liegenden Mondknoten die Schnittpunkte der Mond-Umlaufbahn mit der Erd-Eklyptik, der Ebene der Erdbahn um die Sonne. Spirituell repräsentiert die Mondknotenachse die trinitäre Verbundenheit des Vaters (= die Sonne als das Zentralgestirn), des Sohnes (= die Erde als Inkarnationsmöglichkeit und irdisches Erfahrungsfeld für uns als geistige Wesen) und des heiligen Geistes. Der heilige Geist, der einerseits dieses grandiose Gesamtszenario und andererseits die menschliche Erkenntnisfähigkeit in uns erschaffen hat und der uns das Zusammenwirken der materiellen und spirituellen Kräfte erkennen lässt.

Der absteigende MK repräsentiert die bereits in der Vergangenheit erschaffenen Begabungen jedes Menschen, der aufsteigende MK hingegen zeigt das Potential auf, das bisher noch nicht entwickelt worden ist.

Der aufst. Mondknoten skizziert symbolisch die liebevolle Aufforderung in unserer jetzigen Inkarnation die Fähigkeiten auszubilden, die für unser weiteres Wachstum erforderlich sind und um daraus fähig zu werden, die zukünftigen Herausforderungen bewältigen zu können. Die Stellung des aufst. MK fordert uns auf, das eigene kreative Handeln (=Sonne-Anlage) in eine all der bisherigen und vertrauten Sicherheiten entgegen gesetzte Richtung zu lenken, damit der individuellen irdischen Bestimmung (= dem Sohn-Prinzip) zu folgen und mit dieser vom heiligen Geist gesegneten Erkenntnis fähig zu werden, die Zukunft im Sinne des von der allumfassenden Schöpferkraft vorgesehenen Entwicklungsplanes zu gestalten.

Spirituell interpretiert wird jedem Menschen in seinem Erdenleben durch die Mondknotenstellung in seinem Radix die Freiheit gegeben, weiter in seinem jetzigen Zustand zu verharren und damit letztendlich der achten Sphäre von Ahriman zu verfallen oder die Chance in seiner jetzigen Inkarnation zu ergreifen, um substantiell durch seine bewußt von ihm ergriffene eigene geistige Entwicklung an der weiteren Erdenentwicklung mitzuwirken. Es die Botschaft des heiligen Geistes, die eigene Stellung in der irdischen Welt, als auch die für uns vorgesehene spirituelle Entwicklungsrichtung anhand seines Geburtsmomentes und seines Geburtsortes erkunden zu können.

Die kosmische Entwicklung der Erde und des Mondes
Lt. Rudolf Steiner hat sich der Mond einst von der Erde trennen müssen, damit sich die Erde weiter entwickeln konnte, wird sich aber einst wieder mit der Erde vereinigen. Damit sich diese kosmische Wiedervereinigung aber harmonisch vollziehen kann ist es notwendig, das die notwendigen Kräfte des aufst. MK in einem ausreichendem Maße zu diesem Zeitpunkt auf der Erde entwickelt worden sind. Ist dies nicht der Falls, sieht sich die kosmisch-geistige Hierarchie vermutlich vor die Entscheidung gestellt, all die retardierenden Kräfte der Erde wieder auf einen neuen Mond auszulagern, um die weitere Entwicklung der Erde nicht zu gefährden. Lt. Steiner, könnte es auch sein, das wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, die Menschheit in einen aufsteigenden und einen absteigenden Zweig gespalten wird.

Lt. einer Notizbuch-Eintragung, wird dieser Zeitpunkt im achten Jahrtausend durch ein kosmisches Ereignis markiert sein, welches Steiner als die Rückkunft des Mondes in die Erde bezeichnet, was nicht nur im rein stofflichen, sondern vor allem im kräftemäßigen Sinne zu verstehen ist. So, wie einst der in der Bibel beschriebene Sündenfall nur geschehen konnte, nachdem der Mond aus der Erdenmasse heraus gezogen und in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht worden war, so wird die Trennung der Menschheit nach der Rückkehr des Mondes in die Erde stattfinden. Der Sündenfall (=eine notwendige Entwicklungsstufe für die Menschheit, Anm. d. Autors) band die Menschen an die wiederholten Erdenleben. Die Rückkehr des Mondes in die Erde wird diese Bindung wieder aufheben für den Teil der Menschheit, die über dem Erdboden >>in Wolkenhöhen<< wird leben können. Das nennt Steiner auch die >>Sündenerhebung<<. Der Fall in die Sündenmöglichkeit, der Sündenfall wird rückgängig gemacht dadurch, daß der Mensch beginnt, das Menschsein zu übersteigen, wodurch er sich dann bereits im Prozeß der Engelwerdung befindet.
Hans Bonneval (Zitat aus Wahrheit heilt!)

Wie kann ich die Wahrheit überprüfen?
Nur der selbst sich erkennende Mensch mit seinen geistigen Fähigkeiten ist in der Lage, die Wahrheit überprüfen zu können. Es bedarf der Sorgfalt und der Beobachtungsgabe des eigenen Denkens (=anthroposophischer Ansatz), sowie des eigenen Lebensumfeldes (=astrologischer Ansatz). Nach der anthroposophischen Methodik bestätigt sich das Wahrnehmen eines wahrhaften Gedankens durch das eigene Denken selbst. Der Denker ist in der Lage, durch den von ihm eingeleiteten Denkprozeß selbst die Wahrheit des Gedachten zu überprüfen. Bei Rudolf Steiner ist dieses geisteswissenschaftliche Vorgehen in seinem Radix ersichtlich (=Mo als Hr9 an der Spitze von Hs11 im Zeichen der Jungfrau).

Der Geistesforscher tritt seinem Schüler entgegen mit der Zumutung: nicht glauben sollst du, was ich dir sage, sondern es zu denken, es zum Inhalte deiner eigenen Gedankenwelt zu machen, dann werden meine Gedanken schon selbst in dir bewirken, daß du sie in ihrer Wahrheit erkennst… Man fühlt dann einfach, ob ein Gedanke wahr ist oder nicht (Anm. d. Autors: absteigender MK im Zeichen des Krebse in Hs9).
Rudolf Steiner

Der astrologische Ansatz des Wahrnehmens des eigenen Lebensumfeldes ist von ähnlicher Natur. Dem Umstülpungsprozeß gemäß, bedarf es wiederum einer präzisen Beobachtungsgabe (=Jungfrau-Prinzip), aber diesmal nicht auf das innere Wahrnehmen des Denkens ausgerichtet (=Skorpion-Prinzip), sondern auf die äußeren individuellen Lebensumstände (=Stier-Prinzip), die sich den kosmischen Gesetzmäßigkeiten gemäß manifestieren.

Die Nachvollziehbarkeit einer spirituellen Gesetzmäßigkeit anhand des eigenen Denkens und/oder des eigenen Lebens ist damit die einzig prinzipielle Voraussetzung, die es einem ermöglicht, die Wahrheit zu erkennen. Wie lange hat es gedauert, bis Newton die Schwerkraft als irdische Gesetzmäßigkeit anhand eines alltäglichen Vorgangs erkennen konnte? Wie sie Abermillionen von Menschen bereits beobachten konnten. Diese aber nicht fähig oder willens waren, aus diesem millionenfach zu beobachtenden und trivialen Vorgang die hinter diesem Vorgang stehende kosmische Gesetzmäßigkeit der Schwerkraft zu erkennen.

Die astrologische Wissenschaft ist dazu angetreten, spirituelle Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, die für jeden Menschen nachvollziehbar sind. In einer ähnlichen Weise wie Rudolf Steiner angetreten ist, die Menschheit über die spiritiuellen Hintergründe des Weltenentwicklung aufzuklären, ermöglicht die astrologische Wissenschaft anhand des eigenen Geistes den eigenen Lebensinn in dieser Inkarnation zu erkennen.

Die göttliche Vorsehung hat jeden Menschen mit den Talenten ausgestattet, die es ihm ermöglichen, in der irdischen Welt Fuß zu fassen und die allumfassende Schöpferkraft hat in ihrer grenzenlosen Liebe auch den Weg vorbereitet, sich seiner Vollkommenheit annähern zu können. Der Wille, die Weisheit und die Liebe der allumfassenden Schöpferkraft hat in seiner Liebe zu all seinen von ihm erschaffenen Geist-Seele-Wesen nicht nur das äußere Weltenall erschaffen, sondern auch für jeden Einzelnen einen Weg vorgesehen, wie er sich durch die von den Widerstandskräften errichteten Widerständen seine Schwächen in Stärken verwandeln kann. Die allumfassende Schöpferkraft sorgt dafür, das die bereits entwickelten Stärken erhalten bleiben um damit anderen helfen zu können, den in uns allen angelegten Geisteskeim weiter zu entwickeln.

Vielleicht könnte man, wenn ich mich so ausdrücken darf, gegen die Götter einwenden, daß sie gerade das Wertvollste für den Menschen in seine verborgenen Lebensseiten (Anm. des Autors, dem Fische-Prinzip) hineingelegt haben, daß sie ihm nicht gewissermaßen in dem Offenbaren entgegen getragen haben, was ihm das Wertvollste ist. Wäre das so, dann würde der Mensch in einem höheren Sinne kraftlos bleiben. Gerade dadurch kommen wir ja zu geistig-seelischen Kräften, die dann unser ganzes Dasein durchdringen können, daß wir uns unsere eigentliche Menschenwürde und unser Menschenwesen erst erringen müssen, daß wir erst geistig-seelisch etwas tun müssen, um überhaupt im rechten Sinne Menschen zu werden. Und in diesem Überwinden, in dieser Notwendigkeit, erst etwas zu tun, um Mensch zu werden, liegt, was uns kraftvoll machen kann, was uns gerade im Innersten unseres Wesens mit Kräften durchdringen kann.
Rudolf Steiner, GA 218