Das eigene und das gemeinschaftliche Selbst (15)


Das eigene und das gemeinschaftliche Selbst (15)

Christus-deutschDie wahre Identität des deutschen Volkes beruht auf der seit 2000-jährigen geistigen Verbindung des deutschen Volkes mit der Christus-Wesenheit. Sowie sich einst Jahwe als Schöpfergott mit dem jüdischen Volk verbunden hat, hat sich die Christus-Wesenheit mit dem deutschen Volk verbunden. Dieses geistige Loslösung vom Schöpfergott Jahwe hat sich vor 2000 Jahren mit der Geburt Jesus von Nazareth vollzogen.
Das neue Testament bricht mit der einstmaligen geistigen jüdischen Vergangenheit. Die geistige Mission des deutschen Volkes ist, sich dieser spirituellen Verantwortung zunehmend bewußt zu werden. Dies habe ich bereits in dieser Beitragsreihe ausführlich dargestellt.

Das deutsche Volk ist das zukünftig auserwählte Volk, das die Zukunft der gesamten Menschheit bestimmen wird. Deshalb muss es ähnliche Entwicklungsprozesse wie Jesus Christus durchlaufen. Sämtliche Stadien der Diffamierung, der Verleugnung und des Verrates, denen sich bereits Jesus von Nazareth vor 2000 Jahren ausgeliefert sah, wiederholt sich in symbolischer Art und Weise im derzeitigen aktuellen Geschehen. Das deutsche Volk muss ähnliche Leiden und Bewußtseinszustände durchlaufen, die bereits Jesus Christus durchlaufen hat, damit auf der irdischen Ebene immer wieder neu auferstehen kann. Das deutsche Volk ist das schlagende Herz Mitteleuropas. Wenn es vernichtet werden sollte, droht dieser Welt das Chaos und der Untergang.

In Gedenken an Martin Luther, exakt 500 Jahre später, vollzieht sich ein intensiver Wandlungsprozess auf der irdischen Ebene. Ein Wandlungsprozess, der sich von all dem lösen wird, das die satanischen Visionen für das deutsche Volk vorgesehen hat.
Am deutschen Wesen wird die Welt genesen. Mit Hilfe der Christus-Wesenheit und nur mit dieser wird dies wirklich werden.

Gerade wenn wir unsere Zeit mit allen ihren Fehlern und Irrtümern in Betracht ziehen, da sehen wir, daß keimhaft veranlagt ist in der mitteleuropäischen Kultur, daß mit allen Kräften Vorbereitungen gemacht sind im deutschen Volksgeist, in der germanischen Volksseele, damit bewußt nun ergriffen werde der Christus-Impuls. Das ist eine Tatsache von unendlich höherer Bedeutung noch als diejenige des fünfzehnten Jahrhunderts, als das Mädchen von Orleans Frankreich zu retten hatte, weil Frankreich damals eine bedeutende Mission hatte. Wir stehen also vor der bedeutsamen Tatsache, daß in der Zukunft der deutsche Geist dazu berufen ist, im vollen Wachzustand mit den Tatsachen, die in das deutsche Geistesleben eingeflossen sind, den Christus-Impuls immer bewußter aufzunehmen. Er mußte wirken, dieser Christus-Impuls, durch die Jahrhunderte so, wie wir stets gezeigt haben, indem er sich in den Seelen durch die unterbewußten Vorgänge ankündigte. Und er muß sich in der Zukunft mit den Seelen in der Weise verbinden, daß es Menschen gibt – die es in Mitteleuropa geben muß – , die im Wachzustande, unter Anstrengung ihrer bewußten Geisteskräfte, nicht nur derjenigen, die im physischen Leibe und im Ätherleibe sind, auch ihr Ich und ihren astralischen Leib mit dem Christus-Impuls verbinden.
Vierter Vortrag von Rudolf Steiner am 17. Januar 1915

enlightenment2Das Vater unser
500 Jahre nach Martin Luther ist es an der Zeit, auch das am meisten gebetete Gebet zu überprüfen. Wissen wir zu wem wir beten, wenn wir das Vaterunser beten? Wenn das Objekt des Anbetens nicht eineindeutig benannt wird, wie sollen wir etwas anbeten, dessen eindeutige Identität in diesem Gebet verschleiert wird? Die Amtskirchen stellen sich zwischen die allumfassende Schöpferkraft und dem Menschen und beanspruchen den alleinigen Zugang zu dieser. Deswegen stellen sie diese als für den Menschen als etwas Unerreichbares und als nur für sie zugängliche Wesenheit dar.

Das Vaterunser ist in christlichen Kreisen das wahrscheinlich am meisten gebetete Gebet. Auch wenn es seit Jahrhunderten von den Amtskirchen gebetsmühlenartig verbreitet wird, muss es nicht unbedingt eine christliche Wahrheit verkünden. Dient  es vielleicht dazu, das Wahre zu verschweigen und stattdessen etwas anderes anzubeten? Werden wir uns bewußt, was wir beten und an wen wir unsere Bitten wenden.

1.  Vater unser, der du bist im Himmel
Sicherlich ist die allumfassende Schöpferkraft in den geistigen Regionen zu Hause. Doch wo ist sie nicht? Ist und wirkt sie nicht in uns allen? Diese Zeile unterstellt, das die allumfassende Schöpferkraft getrennt von uns allen ist und weiterhin getrennt von uns bleiben soll. Wir sollen diese als etwas wahrnehmen, das nicht in uns und stattdessen weit fern uns weilt. Hätte das Beten überhaupt einen Sinn, wenn wir uns an Etwas wenden das so weit von uns entfernt ist, wenn es nicht ständig bei uns wäre?

Besser: Allumfassende Schöpferkraft, die ständig bei uns ist.

2. Geheiligt werde dein Name
Sicherlich ist das Aussprechen des Namens der allumfassenden Schöpferkraft heilend. Ist es nicht aber vielmehr sein liebevolles Wirken, seine unendliche Gnade und seine Weisheit auch? Wie bereits in der ersten Zeile wird nur ein Teil des Wahren dargestellt und das Wesentliche verschwiegen.
Das ist ein Leugnen der allumfassenden Schöpferkraft dadurch das sich diese nur im Himmel befinden soll. Gleichwohl wird die Identität des Vaters verschwiegen und nicht näher benannt. Wessen Name soll geheiligt werden?

Besser: Deine immerwährende Liebe, dein Segen und deine Gnade wirkt ständig in uns.

3. Dein Reich komme
Wessen Reich soll kommen?
Ist das Reich der allumfassenden Schöpferkraft nicht bereits in uns? Diese Wortwahl unterstellt aber genau das Gegenteil, nämlich das dieses Reich erst kommen soll. Damit stellt sich die Frage, wessen Reich stattdessen bereits vorhanden ist?

Besser: Das Reich der allumfassenden Liebe, des Segens und Gnade ist ständig in und mit uns.

4. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Wiederum eine ähnliche Manipulation, diesmal mit der Wortwahl des Wortes geschehe. Diese Wortwahl soll das Wirken der allumfassenden Schöpferkraft als etwas Zukünftiges und als eine Möglichkeit unter vielen anderen Möglichkeiten erscheinen lassen.

Besser: Dein Wille geschieht ständig, wie im Himmel, so auf Erden.

5. Unser tägliches Brot gib uns heute.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.

Besser: Verbinde uns mit deinem immerwährenden Geist, aus dem alles gemacht ist was gemacht ist.
Matthäus, 4,1.

6. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
In dieser Zeile wird der Begriff der Schuld in den Vordergrund gestellt. Sollten wir uns als immerwährende Geistwesen nicht der lebendige Freude an dem erfreuen das uns die allumfassende Schöpferkraft jeden Tag zur Verfügung stellt? Wem ist gedient, wenn wir uns schuldig fühlen? Hat Christus nicht sein Opfer erbracht, um uns von jeglicher Schuld zu erlösen?

Besser: Wir erfreuen uns fortwährend deiner Liebe, Weisheit und Gnade.

7. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Was ist das Böse?
Wir alle leben derzeit in der dichtesten Manifestation des Geistes, auf der Erde. Wir befinden uns deswegen bereits in der Versuchung.

Besser: Führe uns in der Versuchung oder mit den Worten Rudolf Steiners ausgedrückt:
Den Versucher lässt du nicht über das Vermögen unserer Kraft in uns wirken,
da in deinem Wesen keine Versuchung bestehen kann.

8. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Wiederum dasselbe Spiel. Das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit soll als etwas Getrenntes von uns dargestellt werden.

Besser: Deine Kraft und Herrlichkeit wirke in uns in die Zeitläufe der Zeitläufe.

Also beten wir:

Allumfassende Schöpferkraft, die ständig bei uns ist.
Deine immerwährende Liebe, dein Segen und deine Gnade wirkt ständig in uns.
Dein Reich der allumfassenden Liebe, des Segens und deiner Gnade ist ständig in und mit uns.
Dein Wille geschieht ständig, wie im Himmel, so auf Erden
Verbinde uns mit dem immerwährenden Geist, aus dem alles gemacht ist was gemacht ist.
Wir erfreuen uns fortwährend deiner Liebe, Weisheit und Gnade.
Den Versucher lässt du nicht über das Vermögen unserer Kraft in uns wirken,
da in deinem Wesen keine Versuchung bestehen kann.
Deine Kraft und Herrlichkeit wirke in uns in die Zeitläufe der Zeitläufe.
Amen

Es steht jedem frei, sich eine eigene Version des Vaterunser zu erstellen. So wie es von den Amtskirchen mißbraucht wird, sollte es Ahriunser (=Gebet an Ahriman) heißen. Man könnte vermuten, das in diesem Gebet nicht die allumfassende Schöpferkraft angesprochen wird, sondern eine Bitte an die Herrschaft des Fürsten dieser Welt.

Macht und Freiheit, Recht und Sitte,
Klarer Geist und scharfer Hieb
Zügeln dann aus starker Mitte
Jeder Selbstsucht wilden Trieb,
Und es mag am deutschen Wesen
Einmal noch die Welt genesen.
Emanuel Geibel

Mitteleuropas Bestimmung zu verhindern gleicht dem Versuch den Gang der Menschheitsentwicklung aufzuhalten. Was immer seine Feinde unternehmen, am Ende werden sie scheitern.
Rudolf Steiner.